Die Sonne stand hoch am Himmel als Anne-Marie aufstand, in ihre Puschen schlüpfte und ihren Morgenmantel anzog. Sie war sehr ermattet von den vergangen Tagen. Sie sah sich immer mehr in düsterer Stimmung, als sie sich auf die Wege besann, die sie gegangen und was wohl fehlte um ihr Glück komplett zu machen. Auf dem Fenstersims stand ein Kaktus und daneben eine Nagelpfeile um die Borsten zu stumpfen, weil es ihr Leid war sich ständig am Kaktus zu stechen. Aber sie liebte diesen Kaktus und besonders im Morgentrüben gab es keine bessere und pflegeunbedürftigere Pflanze, die sie zu versorgen hatte, die anderen rochen vielleicht besser, waren dafür aber nicht so wehrhaft. Es war auch ihr ein Spiel geworden wenn der Mond hochstand und in ihr Zimmer schien, den Kaktus zu betrachten und sich vorzustellen, es wäre ein stacheliger Kopf, der in ihr Zimmer sah.
Anne-Marie stand auf und ging in die Küche zum Kühlschrank. Sie öffnete ihn und starrte in das magere Innere, als ihr einfiel, dass sie nicht einkaufen gewesen ist. Die letzten Tage waren von einödiger Depression geprägt gewesen, so dass sie sich nicht aus dem Haus begeben hatte. Jetzt sah sie einen Apfel, einen angeschnittenen Ingwer und etwas Käse und Butter im Kühlschrank. Sie wusste, dass sie noch etwas Brot hatte und nahm den Käse, die Butter und den Ingwer aus dem Kühlschrank. Sie machte sich ein Brot und setzte etwas Wasser auf für einen Tee. Die Milch die sie im Kühlschrank fand musste sie entleeren, da sie schon ranzig war. Sie setzte sich am Tisch und goss sich Wasser in einen grünen Tee. Sie betrachtete ihre nackten Beine, die schon seit einer Weile nicht rasiert worden waren und überlegte, ob sie es wagen sollte heute das Haus zu verlassen. Wenn es ihr schlecht ging war ein leerer Kühlschrank nicht Anlass genug das Haus zu verlassen, sie bestellte sich dann etwas von den etlichen Lieferservicen. Doch heute sollte sie etwas wieder gut machen, sie wollte etwas wieder gut machen und dafür musste sie auch ihr liebes Heim verlassen. Sie trank den Tee und sah wehmütig aus dem Fenster. Das Brot hatte sie nicht gänzlich sättigen können, war aber immerhin ein Anfang gewesen. Sie ging zurück ins Schlafzimmer und zog sich an. Sie schmiss den abgelegten Mantel auf’s Bett und zog ihren Sonntagsrock an, den sie so nannte weil sie ihn immer trug wenn sie zur Kirche ging. Sie war kein gläubiger Mensch, war aber durch ihre Familie an den Sonntagsgang zur Kirche gewöhnt worden, so dass sie, als sie später nicht mehr mit ihren Eltern lebte, an dieser Tradition festhielt; mehr aus Gewohnheit als aus Pflichtbewusstsein. Sie liebte es auch etwas geregeltes in ihrem Leben zu finden, bei so vielen Dingen die sie nicht geregelt bekam. Eine Sache die sie nicht geregelt bekam war zum Beispiel regelmässig aufzustehen um einer festen Tätigkeit nachgehen zu können. Das Schicksal wollte, dass ihr Vater bei einem Unfall sein Leben verlor und ihr eine Lebensversicherung hinterlassen hatte. Es hatte Streit mit dem Bruder und der Mutter gegeben, ob diese nicht aufzulösen und der Gewinn an die hinterbliebene Familie auszuzahlen wäre. Sie hatte aber auf ihr Recht beharrt und hatte sich nicht gegen den Willen des Vaters stellen wollen. Ihr Vater hatte sie sehr geliebt und hatte kurz vor seinem Ableben ein sehr schlechtes Verhältnis zur Mutter und zum Bruder, der wiederum ein gutes Verhältnis zur Mutter hatte, und auf sein Gefühl hin die Familie bis auf Anne-Marie enterbt.
Als Anne-Marie angezogen war ging sie aus dem Haus und hatte die Kirche als ihr Bestimmungsort. Sie ging durch den Park und hatte etwas von dem Brot mitgenommen um die Enten zu füttern. Es war ihr immer eine Freude zu teilen, bis auf den oben erwähnten Zwist mit ihrer Familie, war Anne-Marie ein sehr freigiebiger Mensch. Als sie die Enten gefüttert sah sie auf die Uhr, und sah dass sie noch Zeit hatte ein wenig die Morgensonne zu geniessen bevor sie in der Kirche sein wollte. Ihr müsst wissen, dass Anne-Marie zwar in die Kirche ging, aber diese immer erst nach den Predigten des Pastors betrat, weil sie diese als langweilig empfand. Ihr ging es vielmehr um ein persönliches Bittgesuch bei dem Höchsten überhaupt, nämlich Gott. Sie lag oft, besonders nach dem Tod ihres geliebten Vaters, im Klinsch mit dem Herr Gott selbst, über seine Rolle und sein Benehmen im Zeitalter der Armut und Kriege in einer aufgeklärten Welt.
Sie sah in dem See die Enten ihre Runden im Wasser ziehen und dachte an die verlorene Puppe.
II
Die Puppe lag ihr sehr am Herzen, den sie war zu Lebzeiten ein Geschenk des Vaters gewesen, den sie doch so schwer vermisste. Im Ganzen war die Familie nach seinem ableben nicht mehr die selbe gewesen und sie würde es wahrscheinlich auch nie wieder sein. Ihr Vater hatte ihr, damals als sie die Puppe geschenkt bekam, gesagt, sie hiesse Elly und sei eine ganz besondere Puppe. Nicht eine die isst und danach das Gleiche fäkaliert, nein, es war eine Puppe die Wünsche, wenn man sie ihr oft genug vortrug, wahr machen konnte. Sie hatte ihrem Vater nie glauben wollen, obwohl er nie ein Mensch war der log, sondern lieber redegewandt alles ausdiskutierte und Argumente liebte, suchte und auch fand. Sie war meilenweit davon entfernt Elly irgendwelche Wünsche aufsagen zu können, da sie einfach nicht bei ihr war.
(wie soll die Geschichte weitererzählt werden?) bitte abstimmen durch Kommentar







Die Puppe lag ihr sehr am Hezen da sie ein Geschenk von ihrem Vater war. Sie hatte braune haare und ein blaues Kleid an. sie nannte sie Elly.
Anne-Marie blinzelte gegen die Sonne, als sie die kühle, dunkle Kirche verließ und ging den Weg durch den Park zurück. Von weitem hörte sie lautes Stimmengulasch von einem Mann und mehreren Frauen. Inmitten des Gulasch schrillte ein schreiendes Kleinkind. Es kam von dem Spielplatz und sie ging schnellen Schrittes auf das Wirrwarr zu, obwohl sie aufgebrachten Menschen normalerweise aus dem Weg ging. Sie sah etwas durch die Luft fliegen und der Mann sprang auf den Hund und zog an seinem schwarzen Lederhalsband. Er knurrte, der Mann und warnende Laute durchkreisten die Ohrmuschel des Hundes, fielen in seinen Kopf und ließen den Körper, wie ausgestopft, erstarren. Die Mütter versuchten mit ihren ängstlich aufgerissenen Augen das Kind zu beruhigen und gingen von dannen. Und auch der Mann mit dem Hund verschwand. Übrig blieb nur die Stille und etwas, in dem Grün der zertrampelten Wiese verteilt. Anne-Marie, die sich vorkam wie ein Geist, weil sie, wie so oft keiner beachtet hatte und ging neugierig auf das Hinterbliebene zu. Das erste Teil war nassbraun und roch nach dem Adrenalin des Hundes. Sie ließ die Kleinteile auf und fügte sie vor Ihren Füßen zusammen, als sich ihr ein Teddybär erschloß, dessen Korpus nur noch aus Watte bestand. Traurig steckte sie Arme und Beine in Ihre Tasche zwischen die Brotkrümel. Sie hastete auf dem Heimweg, ihre Gedanken drehten sich wie Blaulichter. Kriege und Hungersnot, die vollgestopfte U-Bahn am morgen gefüllt mit den stillen Wünschen nicht mitfahren zu müssen, der entstellte Teddy der ungeachtet zurückgelassen wird, „auch eine schwere Tür hat einen kleinen Schlüssel“, sagte ihr Vater, eine überdimensional großer Drucker spuckt die Gesichter toter Kriegskinder auf die Dollarnoten. Es war still als Nachts der Mond die Augen des Teddys erleuchtete. „Mensch, ist der groß geworden“, freute sich Anne-Marie als sie den stachligen Kopf des Teddys leicht berührte und weinte berührt, wie Mutter Natur, in seine nährende Erde.
Es war schon eine Art Traurigkeit, die die Allmutter Geia in den Schoß von Anne-Maries Augen gelegt hatte. Sie ergriff den Vorsatz, nie in der Öffentlichkeit zu weinen und wusste dabei doch nicht sich der Scham der Blicke zu erwehren, wenn es doch dazu käme. Viel hatte sie gelernt von ihrem Vater, vieles hat er ihrer Fantasie überlassen und eingiges wollte er auch nicht mitteilen. Wieso? Das wussten nur die Götter. Sie blickte in die Augen der Stoffpuppe und wunderte, dass diese leuchteten. Durch den Nebel der Tränen, so dachte sie, muss mir mein Geist einen Streich spielen. Sie wischte sich die Augen und bemerkte, dass sie viel zu weit gefahren war und dass sie nun sich zu Fuss auf den Rückweg machen musste und dass bei áll ihrer Grübellei jemand ihr die Schuhe geklaut hatte. Hatte sie sie ausgezogen und auf die Bank gelegt. Mit Sicherheit wusste sie es nicht. Allso stieg sie mit dem Stofftier in der einen Hand und in der anderen Hand den Schlüssel zu ihrem kleinen und jetzt so weitem Heim und wollte sich aufmachen, eiligst nach Hause zu kommen, als es zu regnen anfing. Wurz nochmal, keiffte sie in die Tropfen und war sich nicht dessen bewusst, dass der Himmel sie beweinte und ihre Trostlosigkeit. Da fasste sie in ihre Tasche und fand einen der Dollarnoten in ihrer Tasche und dachte sich, ich werde ein Taxi nehmen. Nur waren an diesem Stand keine Taxis, auch keine Rikschafahrer noch nicht mal ein unangeleintes Pferd stand dort. Sie stellte sich unter einen Stand und fing an zu weinen. Schon wieder. Und es war fragwürdig wer mehr Feuchtigkeit vergoss, der Himmel oder ihre Augen. Da hörte sie aufeinmal eine Stimme, weine nicht Marie. Sie sah um sich und war allein. Verwirrt schaute sie um sich und ein kalter Schauer ermächtigte sich ihres Rückens. Weine nicht Marie. Sie wurde nervös und dachte sie hätte vergessen ihre Psychopharmaka einzunehmen und ihr doch so holpriger Geist spiele ihr Streiche. Wenigstens war sie tiefer in den Stand gerückt und hatte gemerkt, dass der Schauer auf ihrem Rücken von dem Tropfwasser des Unterhauses herrührte. Weine nicht Marie. Sie griff in die Taschen und hoffte noch eingige der agstlösenden oder haluzinogenhämenden Pillen zu finden, die ihr ihr Arzt verschrieb. Nichts da. Jetzt war sie vollends aufgelöst und fiel in Ohnmacht. Wie in Zeitlupe fiel die Puppe auf den Boden und ihr Kopf auf die Puppe.