Juni 25, 2009
Es war einmal, längst vor den Zeiten der Menschen, da bevölkerte die grüne Mutter Erde eine bunte Vielfalt von Lebewesen. Da waren die fleißigen Ameisen, sie waren die Soldaten der Mutter Erde. Die Waldgöttin Jenavaire hatte sie erschaffen. Sie gab ihr liebstes, jüngstes Kind, welches sie von dem Gott des Feuers und des Eisens empfangen hatte, in die Obhut der Ameisen. Die Ameisen dienten der Waldgöttin Tochter ehrerbietig, und umpflegten sie als ihre Königin. Da waren auch die Bienen, die ebenfalls von der Waldgöttin abstammten. Eine andere Tochter der Waldgöttin war Roxanne, die Herrin über Blumen und Pflanzen war. Sie hatte die Gestalt eines Schmetterlings und ihr Vater der Wind und Regengott Maroxes hatte ihr als Berater die weisen Motten zur Seite gestellt.
So kam es, dass sich die Motten den weisesten unter ihnen zum König nahmen. Der König, mit Namen Klaristo, verliebte sich unsterblich in die Schmetterlingsprinzessin Roxanne und diese sich in ihn. So gedachte Klaristo die Roxanne zu heiraten, doch ihr Vater Maroxes war entschieden dagegen, denn Roxanne war eine Halbgöttin und Klaristo nur eine Motte. Maroxes rügte und die Motten und ihren König Klaristo. Doch die Liebe der beiden war so stark, dass sie selbst die Missgunst ihres Volkes und die Verachtung der Verbindung von Seiten der Götter ihren Gefühlen keinen Abbruch tat. Da entschieden die Götter, die Schönheit Roxannes zu verbergen und sie in die Obhut ihrer Tante, der Mondgöttin Xilia zu geben.
Der Mottenkönig war darüber sehr verstimmt und wurde traurig. Die meisten Motten hatten Roxanne nie zu Gesicht bekommen und wunderten sich nur, warum ihr König den Geboten der Götter trotzte. Bevor Roxanne zu ihrer Tante gebracht wurde traf sie ihren Geliebten Klaristo. Dieser versprach Roxanne zu folgen und nie könnte seine Liebe sich in Aufgabe kehren. Roxanne ihrerseits vernahm die Worte ihres Geliebten und versprach ihm, im Angedenk ihrer Liebe, jede Nacht eine Kerze ins Fenster zu stellen. So wolle, sagte sich Klaristo, er jede Nacht nach der Kerze suchen um seine Liebste zu sehen.
So wurde Roxanne weggebracht und Klaristo trauerte. Er hatte sich für seine Liebe entschieden und so ging er zu seinem Volk und sprach mit Worten, die jeder Motte überliefert wurden, dass er Klaristo nicht länger König der Motten sein könne, ohne sich von seiner Liebe, dem bezaubersten, schönsten und reinsten Geschöpf unter der Sonne, seiner Roxanne zu trennen. Darum werde er sich von seiner Aufgabe zurückziehen und seinen Gefühlen Lauf lassen. Die meisten Motten kannten nicht mal das Gefühl von Liebe und wunderten sich über die Entscheidung ihres Königs.
Klaristo kehrte von seiner Suche nach Roxanne nie wieder. Bis heute hören die Motten die Geschichte ihres ersten Königs Klaristo und seine Liebe zu Roxanne, einem Wesen so schön wie das Leben selbst. Und heute noch wenn Motten nachts ein Licht erblicken, glauben sie die Kerze Roxannes entdeckt zu haben und fliegen blindlings auf sie zu, um nur einmal im Leben die reine Schönheit Roxannes zu erblicken.
Posted by
Nicc
Category: fairy tale, Texte