NOPOET –worlds solution—

poetry by nicc cooling
Oktober 27, 2011

Die verlorene Puppe

Die Sonne stand hoch am Himmel als Anne-Marie aufstand, in ihre Puschen schlüpfte und ihren Morgenmantel anzog. Sie war sehr ermattet von den vergangen Tagen. Sie sah sich immer mehr in düsterer Stimmung, als sie sich auf die Wege besann, die sie gegangen und was wohl fehlte um ihr Glück komplett zu machen. Auf dem Fenstersims stand ein Kaktus und daneben eine Nagelpfeile um die Borsten zu stumpfen, weil es ihr Leid war sich ständig am Kaktus zu stechen. Aber sie liebte diesen Kaktus und besonders im Morgentrüben gab es keine bessere und pflegeunbedürftigere Pflanze, die sie zu versorgen hatte, die anderen rochen vielleicht besser, waren dafür aber nicht so wehrhaft. Es war auch ihr ein Spiel geworden wenn der Mond hochstand und in ihr Zimmer schien, den Kaktus zu betrachten und sich vorzustellen, es wäre ein stacheliger Kopf, der in ihr Zimmer sah.
Anne-Marie stand auf und ging in die Küche zum Kühlschrank. Sie öffnete ihn und starrte in das magere Innere, als ihr einfiel, dass sie nicht einkaufen gewesen ist. Die letzten Tage waren von einödiger Depression geprägt gewesen, so dass sie sich nicht aus dem Haus begeben hatte. Jetzt sah sie einen Apfel, einen angeschnittenen Ingwer und etwas Käse und Butter im Kühlschrank. Sie wusste, dass sie noch etwas Brot hatte und nahm den Käse, die Butter und den Ingwer aus dem Kühlschrank. Sie machte sich ein Brot und setzte etwas Wasser auf für einen Tee. Die Milch die sie im Kühlschrank fand musste sie entleeren, da sie schon ranzig war. Sie setzte sich am Tisch und goss sich Wasser in einen grünen Tee. Sie betrachtete ihre nackten Beine, die schon seit einer Weile nicht rasiert worden waren und überlegte, ob sie es wagen sollte heute das Haus zu verlassen. Wenn es ihr schlecht ging war ein leerer Kühlschrank nicht Anlass genug das Haus zu verlassen, sie bestellte sich dann etwas von den etlichen Lieferservicen. Doch heute sollte sie etwas wieder gut machen, sie wollte etwas wieder gut machen und dafür musste sie auch ihr liebes Heim verlassen. Sie trank den Tee und sah wehmütig aus dem Fenster. Das Brot hatte sie nicht gänzlich sättigen können, war aber immerhin ein Anfang gewesen. Sie ging zurück ins Schlafzimmer und zog sich an. Sie schmiss den abgelegten Mantel auf’s Bett und zog ihren Sonntagsrock an, den sie so nannte weil sie ihn immer trug wenn sie zur Kirche ging. Sie war kein gläubiger Mensch, war aber durch ihre Familie an den Sonntagsgang zur Kirche gewöhnt worden, so dass sie, als sie später nicht mehr mit ihren Eltern lebte, an dieser Tradition festhielt; mehr aus Gewohnheit als aus Pflichtbewusstsein. Sie liebte es auch etwas geregeltes in ihrem Leben zu finden, bei so vielen Dingen die sie nicht geregelt bekam. Eine Sache die sie nicht geregelt bekam war zum Beispiel regelmässig aufzustehen um einer festen Tätigkeit nachgehen zu können. Das Schicksal wollte, dass ihr Vater bei einem Unfall sein Leben verlor und ihr eine Lebensversicherung hinterlassen hatte. Es hatte Streit mit dem Bruder und der Mutter gegeben, ob diese nicht aufzulösen und der Gewinn an die hinterbliebene Familie auszuzahlen wäre. Sie hatte aber auf ihr Recht beharrt und hatte sich nicht gegen den Willen des Vaters stellen wollen. Ihr Vater hatte sie sehr geliebt und hatte kurz vor seinem Ableben ein sehr schlechtes Verhältnis zur Mutter und zum Bruder, der wiederum ein gutes Verhältnis zur Mutter hatte, und auf sein Gefühl hin die Familie bis auf Anne-Marie enterbt.
Als Anne-Marie angezogen war ging sie aus dem Haus und hatte die Kirche als ihr Bestimmungsort. Sie ging durch den Park und hatte etwas von dem Brot mitgenommen um die Enten zu füttern. Es war ihr immer eine Freude zu teilen, bis auf den oben erwähnten Zwist mit ihrer Familie, war Anne-Marie ein sehr freigiebiger Mensch. Als sie die Enten gefüttert sah sie auf die Uhr, und sah dass sie noch Zeit hatte ein wenig die Morgensonne zu geniessen bevor sie in der Kirche sein wollte. Ihr müsst wissen, dass Anne-Marie zwar in die Kirche ging, aber diese immer erst nach den Predigten des Pastors betrat, weil sie diese als langweilig empfand. Ihr ging es vielmehr um ein persönliches Bittgesuch bei dem Höchsten überhaupt, nämlich Gott. Sie lag oft, besonders nach dem Tod ihres geliebten Vaters, im Klinsch mit dem Herr Gott selbst, über seine Rolle und sein Benehmen im Zeitalter der Armut und Kriege in einer aufgeklärten Welt.
Sie sah in dem See die Enten ihre Runden im Wasser ziehen und dachte an die verlorene Puppe.

II
Die Puppe lag ihr sehr am Herzen, den sie war zu Lebzeiten ein Geschenk des Vaters gewesen, den sie doch so schwer vermisste. Im Ganzen war die Familie nach seinem ableben nicht mehr die selbe gewesen und sie würde es wahrscheinlich auch nie wieder sein. Ihr Vater hatte ihr, damals als sie die Puppe geschenkt bekam, gesagt, sie hiesse Elly und sei eine ganz besondere Puppe. Nicht eine die isst und danach das Gleiche fäkaliert, nein, es war eine Puppe die Wünsche, wenn man sie ihr oft genug vortrug, wahr machen konnte. Sie hatte ihrem Vater nie glauben wollen, obwohl er nie ein Mensch war der log, sondern lieber redegewandt alles ausdiskutierte und Argumente liebte, suchte und auch fand. Sie war meilenweit davon entfernt Elly irgendwelche Wünsche aufsagen zu können, da sie einfach nicht bei ihr war.

(wie soll die Geschichte weitererzählt werden?) bitte abstimmen durch Kommentar

3 Comments to “Die verlorene Puppe”

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